- Der Fahrzeugbrief heißt heute Zulassungsbescheinigung Teil II. Ohne ihn kann der Käufer das Auto nicht auf sich zulassen.
- Verloren? Ersatz gibt es bei der Zulassungsstelle – nach rund drei bis sechs Wochen, für etwa 50 bis 85 Euro.
- Liegt der Brief bei der Bank, wird er nach Ablösung des Kredits herausgegeben – das lässt sich mit dem Verkauf verbinden.
Warum der Fahrzeugbrief so wichtig ist
Die Zulassungsbescheinigung Teil II ist kein Eigentumsnachweis im rechtlichen Sinn, aber das wichtigste Dokument beim Autokauf. Ein seriöser Käufer kauft kein Auto ohne Brief: Er kann es sonst nicht auf sich zulassen und kann nicht sicher sein, dass der Verkäufer überhaupt verkaufen darf. Wer ohne Brief kauft, geht ein echtes Risiko ein – entsprechend schlecht sind die Angebote.
Fall 1: Der Brief ist verloren
Dann beantragen Sie bei Ihrer Zulassungsstelle einen Ersatz. So läuft es ab:
- Bei Diebstahl zuerst Anzeige bei der Polizei erstatten und die Bestätigung mitnehmen.
- Bei der Zulassungsstelle eine eidesstattliche Versicherung über den Verlust abgeben – dort oder vor einem Notar.
- Der Verlust wird an das Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet und für 14 Tage im Verkehrsblatt veröffentlicht. Meldet sich in dieser Zeit niemand mit dem Brief, wird ein neuer ausgestellt.
Mitbringen sollten Sie Ausweis, Fahrzeugschein und – je nach Stelle – den letzten HU-Bericht und einen Nachweis über den Kauf. Insgesamt dauert es laut ADAC etwa drei bis sechs Wochen, die Gebühren liegen bei rund 50 bis 85 Euro.
Fall 2: Der Brief liegt bei der Bank
Bei einem finanzierten Auto behält die Bank den Fahrzeugbrief, bis der Kredit vollständig bezahlt ist. Das ist kein Hindernis für den Verkauf: Der Kredit wird mit dem Kaufpreis abgelöst, die Bank schickt den Brief. Wie das genau funktioniert, steht in unserem Ratgeber zum Verkauf eines finanzierten Autos.
Fall 3: Leasing oder fremdes Eigentum
Bei einem Leasingauto gehört das Fahrzeug der Leasinggesellschaft – Sie können es nicht einfach verkaufen. Möglich ist nur eine Ablöse direkt mit dem Leasinggeber, wenn der Vertrag das zulässt. Auch ein Auto, das auf eine andere Person läuft (etwa auf Eltern oder den Partner), kann nur mit deren Zustimmung verkauft werden.
Unser Tipp
Sprechen Sie uns an, bevor Sie verzweifeln: Liegt der Brief bei der Bank, wickeln wir die Ablösung direkt mit ihr ab. Ist er verloren, können wir das Auto schon begutachten und ein Angebot machen, während Sie den Ersatz beantragen – bezahlt und abgeholt wird, sobald die Papiere vollständig sind.
Häufige Fragen
Kann ich ein Auto ohne Fahrzeugbrief verkaufen?
Rechtlich ist es nicht ausgeschlossen, aber kaum ein seriöser Käufer macht mit, weil er das Auto ohne Brief nicht zulassen kann. Besser: Ersatz beantragen oder – bei einer Finanzierung – den Kredit mit dem Kaufpreis ablösen.
Was kostet ein neuer Fahrzeugbrief?
Laut ADAC etwa 50 bis 85 Euro, je nach Bundesland und Aufwand. Es dauert rund drei bis sechs Wochen.
Brauche ich den Brief zum Abmelden?
Für die reine Abmeldung in der Regel nicht – dafür reichen Fahrzeugschein und Kennzeichen. Für einen Verkauf brauchen Sie ihn aber.
Quellen
Kosten und technische Angaben stammen aus diesen Fachquellen. Die tatsächlichen Kosten hängen von Fahrzeug, Schaden und Werkstatt ab.